31. Jan

Manhattan Style

Wohnturm „900 Mahler“ bringt New Yorker Flair nach Amsterdam-Zuidas

veröffentlicht am 31.01.2017 um 15:02 Uhr / von Dorota Wilke / 0 Kommentare

900 Mahler_08Die Architektur des Wohnturms „900 Mahler“ im neuen Geschäftszentrum von Amsterdam-Zuidas ist eine Hommage an die imposanten New Yorker ‎Wolkenkratzer der 20er und 30er Jahre. Mit seiner sorgfältig komponierten und detailreich gestalteten Klinkerfassade setzt das 22-geschossige Gebäude starke vertikale Akzente. Eigens für dieses Projekt entwickelte das Nottulner Klinkerwerk Hagemeister mit dem planenden Architekturbüro Inbo aus Amsterdam die dunkle Objektsortierung “Ruhrerde” mit kräftigem Kohlebrand. Dank der speziellen Konstruktionsweise mit vorgefertigten Fassadenelementen konnte die Gebäudehülle in einem schmalen Zeitfenster errichtet und mit zahlreichen gestalterischen Details versehen werden.

Der Bezirk Zuidas ist das sich rasant entwickelnde, neue Geschäftsviertel Amsterdams. Viele hochaufragende Gebäude sind bereits an der Süd-Achse der Stadt entstanden. Mit dem 77 m hohen Wohnturm „900 Mahler“ in der Straße Gustav Mahlerlaan realisierte das Architekturbüro Inbo ein imposantes Bauwerk, das sich optimal in die Skyline der Finanzmeile eingliedert. Der Wolkenkratzer erinnert bewusst an das New York der „roaring twenties“. Auf einem kräftigen mehrgeschossigen Sockel basierend, steigt der verklinkerte Turm hoch empor und zeigt eine klassische, sich nach oben verjüngende Krone. „Der Wolkenkratzer-Charakter findet sich – neben der klassischen Dreiteilung des Baukörpers – auch in den Details wieder. So z.B. in der vertikalen Ausführung der Fenster, den ausgeprägten Lisenen und weiteren gemauerten vertikalen Akzenten”, erklärt Inbo-Projektarchitekt Rik Bakker.

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12. Dez

Hochwertiges Backsteinbuch informiert über Klinker

Ausgewählte Hagemeister-Objekte geben Einblick in verschiedene Gestaltungsmöglichkeiten

veröffentlicht am 12.12.2016 um 15:46 Uhr / von Dorota Wilke / 0 Kommentare

Es gibt Dinge, die nicht aus der Mode kommen: Das „kleine Schwarze“, eine gute Flasche Rotwein, und Ziegel. Seit Jahrtausenden sind Ziegelsteine im Gebrauch – egal ob für kleine Häuser oder Pyramiden. Der Baustoff ist beständig und nachhaltig. In einigen Epochen war er verpönt, weil er zu rustikal wirkte und wurde kurzerhand weiß verputzt, so dass die Arbeit des Handwerkers nicht mehr sichtbar war.

Doch er hat alle Mode- und Baustile überdauert und ist auch heute aktiv dabei, wenn es um moderne und traditionell angehauchte Bauten geht. Die Deutsche Verlags-Anstalt DVA hat Einfamilienhäusern, die aus Backstein gebaut worden sind, ein ganzes Buch gewidmet.

Auf über 150 Seiten präsentieren sich verschiedene Baustile aus unterschiedlichen Ländern – es gibt aber auch einen kleinen Einblick in die Herstellungs- und Verlegetechnik der Klinker. Es macht ordentlich was her, das Buch “Moderne Einfamilienhäuser aus Backstein” der DVA. Ein Hardcover im DIN-A4-Format, das reich bebildert ist, zeigt verschiedene Einfamilienhäuser, deren Bauherren sich entschieden haben, auf einen traditionellen Baustoff zurückzugreifen. Dabei wird klar: Farblich hat Klinker einiges zu bieten.

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22. Nov

Oberfinanzdirektion Münster verbindet Tradition und Moderne

Rhythmisierte Module sorgen für spannendes Wechselspiel in der Fassade

veröffentlicht am 22.11.2016 um 16:07 Uhr / von Simone Müller / 0 Kommentare

Keine drei Kilometer vom Hafen entfernt, an einer der Hauptzufahrtstraßen zur Innenstadt, liegt das neue Gebäude der Oberfinanzdirektion (OFD) Münster. Über 135 Meter zieht sich die Hauptachse am Albersloher Weg. Entlang der Hauptstraße dominiert die Magistrale, die Hauptverkehrsader des imposanten Gebäudes. Zur rückwärtigen Seite gehen fünf weitere Gebäudeteile wie Kammzinken von ihr ab. Hier haben rund 500 Mitarbeiter der OFD ihre Einzel- oder Doppelbüros, in der Magistrale sind Besprechungsräume, sanitäre Anlagen und die Technik untergebracht. Zwischen den Kammzinken lockern unterschiedlich gestaltete Grünflächen das Gesamtbild auf. Nach rund zweieinhalb Jahren Bauzeit wurde das Gebäude im August 2016 übergeben. Der Bauherr und Vermieter, das Bau- und Liegenschaftsamt NRW, war vor allem von der klaren Struktur und der funktionellen Aufteilung der neuen OFD-Heimat überzeugt. Mit einem Blick für Details hat die Arbeitsgemeinschaft „Patriarche & Co. und Schuster Architekten“ aus Paris bzw. Düsseldorf ein Gebäude geschaffen, das sowohl Tradition als auch moderne Anforderungen gekonnt miteinander verbindet. Hagemeister Klinker der Objektsortierung „OFD“ prägen die Fassade und stellen den Bezug zur Region her.

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04. Mai

Geschichte des Klinkers Teil 2

Vom Mittelalter bis ins 19. Jahrhundert

veröffentlicht am 04.05.2016 um 11:01 Uhr / von Simone Müller / 1 Kommentar

Der Einsatz von Ziegel zieht sich wie ein roter Faden durch die Geschichte des Bauwesens. Im ersten Teil unserer Blogreihe beschäftigten wir uns bereits mit den Urformen des Materials vor 12.000 Jahren bis zur Spätantike. Zwischen Mittelalter und 19. Jahrhundert erlebte die Klinkerarchitektur jedoch phasenweise Hoch- und Tiefpunkte: Mit der Backsteingotik hatte der gebrannte Ton um 1200 abermals an Bedeutung gewonnen. Die römische Kirche errichtete mithilfe des massiven Baustoffs imposante Gebäude. Während der Renaissance und dem barocken Zeitalter trat der Stein als sichtbares Element zunächst wieder in den Hintergrund. Mit der industriellen Revolution wurde der Brennvorgang mechanisiert und der Ziegel nahm erneut erheblichen Einfluss auf die Architekturgeschichte. Erstmals normten Richtlinien das Format der Steine.

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29. Jan

“Klinker ist ein disziplinierendes Material”

IM GESPRÄCH MIT JAN PETER WINGENDER

veröffentlicht am 29.01.2016 um 12:07 Uhr / von Simone Müller / 0 Kommentare

Jan-Peter-WingenderBeständige, funktionale und zum Ort passende Bauten charakterisieren die Architektur von Jan Peter Wingender, Mitgründer des Amsterdamer Büros Office Winhov. Im Interview spricht der Architekt, Hochschuldozent und Buchautor über Materialdenken, Veränderungen und Trends in der niederländischen Baukultur sowie seinen besonderen Bezug zum Baustoff Klinker.

Herr Wingender, wie würden Sie Ihre Architektur beschreiben? 

Jan Peter Wingender: In unserem Büro interessieren wir uns besonders für gewöhnliche Gebäude. Die Stadt ist auf Grundlage solcher Bauten geschaffen. Wir verstehen darunter Architektur, die sich nicht in den Vordergrund drängt, sondern sich mit dem städtebaulichen Kontext auseinandersetzt und in das Stadtgefüge integriert. Häufig werden solche Objekte fälschlicherweise als normal oder sogar banal eingestuft. Jedoch sind sie nicht einfach zu entwickeln. Hinter ihrer vermeintlichen Gewöhnlichkeit steckt eine Raffinesse, die ihnen schließlich einen Sinn verleiht. Sorgfältige Studien des Ortes und eine starke formale, materielle Präsenz charakterisieren unsere Designs.

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20. Aug

Geschichte des Klinkers Teil I

FRÜHE HOCHKULTUREN UND ANTIKE

veröffentlicht am 20.08.2015 um 13:44 Uhr / von Simone Müller / 0 Kommentare

Therme-RomOb Chinesische Mauer, Hagia Sophia in Istanbul oder Chilehaus in Hamburg: Ziegel sind seit den frühen Hochkulturen einer der wichtigsten Baustoffe der Menschheit. Die Baugeschichte hat unzählige Meisterleistungen hervorgebracht, die dank des langlebigen Materials noch immer erhalten sind. In unserer Blog-Reihe „Geschichte des Klinkers“ stellen wir den langen Weg von den ersten Lehm-Ziegeln bis zur heutigen Brennkunst des Klinkers vor. Im ersten Teil widmen wir uns den Urformen des Materials vor 12.000 Jahren bis zur Spätantike. (weiterlesen …)


02. Jun

DIE WELT DURCH SCHÖNHEIT VERÄNDERN

Karl Friedrich Schinkel (*13.03.1781, Neuruppin / +09.10.1841, Berlin)

veröffentlicht am 02.06.2015 um 8:02 Uhr / von Stefanie Kamphues / 0 Kommentare

Karl_friedrich_schinkelKarl Friedrich Schinkel war ein preußischer Baumeister, Architekt, Stadtplaner, Maler, Grafiker und Bühnenbildner, der den Klassizismus in Preußen entscheidend mitgestaltete und das Bauen unter den Gesichtspunkten der Zweckmäßigkeit betrachtete. Darunter standen die Form, das Verhältnis und der Charakter eines Gebäudes mit den Haupteigenschaften bestes Material, beste Bearbeitung und Fügung des Materials.

1798 wurde er in das Elternhaus von Friedrich Gilly in Berlin aufgenommen wodurch er im gleichen Jahr von König Friedrich Wilhelm III an die Bauakademie gelangte. Friedrich und David Gilly lehrten dort, Schinkel war ihr Meisterschüler.

1806 bekam der junge Architekt in Zülchow bei Stettin Kontakt zur Herstellung von Mauerziegeln und Schamottesteinen. Zunächst wurde er Oberbau-Assessor für das „ästethische Fach“, später Geheimer Oberbaudirektor und Beauftragter für die Denkmalpflege in Preußen. Er erstellte mehrere Gutachten zur Instandsetzung von Kirchen.

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15. Mai

Architekt Justus Mayser: Potsdamer Bungalow

Moderne in Backstein

veröffentlicht am 15.05.2015 um 15:25 Uhr / von Marcel Lohmann / 0 Kommentare

Beim Bau des Bungalows in Potsdam Glienicke gab es von Anfang an eine sehr fruchtbare Beziehung von Architekt und Auftraggeber: „Beide Bauherren hatten schon Erfahrung mit dem Bau von Häusern gesammelt“, sagt der in Michendorf ansässige Architekt Justus Mayser. „Es war sehr wohltuend, mit Leuten zu arbeiten, die wissen, was beim Bauen alles passieren kann.“
Berlin_ Arch Mayser_Manchester ModF (1)Die Bauherren sind nach Potsdam gezogen, um in der Nähe ihrer Kinder zu sein. Auf dem 1.497 m2 großen Grundstück sollte ein Alterswohnsitz entstehen, um dort naturnah zu leben. Das Ehepaar hatte den Wunsch, alle Wohneinheiten auf einer Ebene barrierefrei unterzubringen, damit sie dort im fortgeschrittenen Alter nicht wieder ausziehen müssen.
Da die Bauherren bereits Kompetenz mitbrachten, konnte der Architekt sich dem Projekt auch auf einer inhaltlichen Ebene annähern: „Wir sind gestartet, wie ich es sonst eigentlich nicht mache“, sagt Justus Mayser. „Ich habe aus der Literatur Beispiele rausgesucht, und wir haben darüber diskutiert“. Zu den Inspirationsquellen gehörten die Bauten von Mies van der Rohe wie zum Beispiel das Farnsworth House oder auch die berühmten Case Study Houses in Kalifornien. (weiterlesen …)


14. Apr

Kunst in allen Disziplinen

PETER BEHRENS (*14. APRIL 1868 IN HAMBURG; †27. FEBRUAR 1940 IN BERLIN)

veröffentlicht am 14.04.2015 um 14:40 Uhr / von Simone Müller / 0 Kommentare

Peter_Behrens,_um_1913

Architekt Peter Behrens, um 1913. Fotografie von Waldemar Titzenthaler

Der Begriff „Industriedesign“ ist in der heutigen Zeit eine von vielen genutzte Beschreibung für die Gestaltung von Alltagsgegenständen. Wer diesen Begriff aber maßgeblich geprägt hat und für die Entwicklung und Verbreitung dieser Kunstform verantwortlich ist, wissen nur wenige. Peter Behrens, geboren im Jahr 1868 in Hamburg, war Architekt, Maler, Grafiker, Designer, Typograf und Erfinder der ersten Corporate Identity. Die Architektur brachte sich das Universaltalent autodidaktisch bei und überzeugte mit eindrucksvollen Entwürfen und Bauten. Immer wieder griff Behrens auf Klinker als prägendes Fassadenmaterial zurück, so auch beim Bau des Hauptlagerhauses der Gutehoffnungshütte in Oberhausen oder dem Technischen Verwaltungsgebäude der Hoechst AG in Frankfurt. Mit seinen Arbeiten inspirierte er namhafte Künstler und war unter anderem Lehrer renommierter Architekten, wie zum Beispiel Walter Gropius, Ludwig Mies van der Rohe oder Le Corbusier.

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03. Mrz

Backsteintektonik

veröffentlicht am 03.03.2015 um 18:24 Uhr / von Simone Müller / 0 Kommentare

 

Auszüge aus Udo Garritzmann: Die Tektoniken der Backsteinarchitektur – Zwischen der Tektonik des Lasttragens und der Tektonik der Bekleidung

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Dieser Essay ist als Beitrag zu dem Projekt An Exacting Material: Tectonics in Contemporary Brick Architecture an der Academie voor Bouwkunst Amsterdam entstanden.

In einem niederländischen Wörterbuch der Architektur aus 2005 wird Backsteinarchitektur definiert als „Architektur, die Backstein konstruktiv verwendet, als ein Stapelmaterial mit kleinen Maßen. Der Backstein erfüllt eine lasttragende Funktion, und ist daher nicht bloße Füllung oder Bekleidung“

Die Bezeichnung Backsteinarchitektur bei zeitgenössischen Gebäuden bezieht sich in der Regel auf die Verwendung von Backstein genau als Bekleidung oder Füllung. Es ist daher nicht verwunderlich, dass sich das zitierte Wörterbuch insbesondere auf die Architektur vor 1900 bezieht, und dass seine Autoren sich mit der Konservierung und Restaurierung des niederländischen architektonischen Kulturguts beschäftigen.

 

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