04. Mai

Geschichte des Klinkers Teil 2

Vom Mittelalter bis ins 19. Jahrhundert

veröffentlicht am 04.05.2016 um 11:01 Uhr / von Simone Müller / 0 Kommentare

Der Einsatz von Ziegel zieht sich wie ein roter Faden durch die Geschichte des Bauwesens. Im ersten Teil unserer Blogreihe beschäftigten wir uns bereits mit den Urformen des Materials vor 12.000 Jahren bis zur Spätantike. Zwischen Mittelalter und 19. Jahrhundert erlebte die Klinkerarchitektur jedoch phasenweise Hoch- und Tiefpunkte: Mit der Backsteingotik hatte der gebrannte Ton um 1200 abermals an Bedeutung gewonnen. Die römische Kirche errichtete mithilfe des massiven Baustoffs imposante Gebäude. Während der Renaissance und dem barocken Zeitalter trat der Stein als sichtbares Element zunächst wieder in den Hintergrund. Mit der industriellen Revolution wurde der Brennvorgang mechanisiert und der Ziegel nahm erneut erheblichen Einfluss auf die Architekturgeschichte. Erstmals normten Richtlinien das Format der Steine.

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29. Jan

“Klinker ist ein disziplinierendes Material”

IM GESPRÄCH MIT JAN PETER WINGENDER

veröffentlicht am 29.01.2016 um 12:07 Uhr / von Simone Müller / 0 Kommentare

Jan-Peter-WingenderBeständige, funktionale und zum Ort passende Bauten charakterisieren die Architektur von Jan Peter Wingender, Mitgründer des Amsterdamer Büros Office Winhov. Im Interview spricht der Architekt, Hochschuldozent und Buchautor über Materialdenken, Veränderungen und Trends in der niederländischen Baukultur sowie seinen besonderen Bezug zum Baustoff Klinker.

Herr Wingender, wie würden Sie Ihre Architektur beschreiben? 

Jan Peter Wingender: In unserem Büro interessieren wir uns besonders für gewöhnliche Gebäude. Die Stadt ist auf Grundlage solcher Bauten geschaffen. Wir verstehen darunter Architektur, die sich nicht in den Vordergrund drängt, sondern sich mit dem städtebaulichen Kontext auseinandersetzt und in das Stadtgefüge integriert. Häufig werden solche Objekte fälschlicherweise als normal oder sogar banal eingestuft. Jedoch sind sie nicht einfach zu entwickeln. Hinter ihrer vermeintlichen Gewöhnlichkeit steckt eine Raffinesse, die ihnen schließlich einen Sinn verleiht. Sorgfältige Studien des Ortes und eine starke formale, materielle Präsenz charakterisieren unsere Designs.

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20. Aug

Geschichte des Klinkers Teil I

FRÜHE HOCHKULTUREN UND ANTIKE

veröffentlicht am 20.08.2015 um 13:44 Uhr / von Simone Müller / 0 Kommentare

Therme-RomOb Chinesische Mauer, Hagia Sophia in Istanbul oder Chilehaus in Hamburg: Ziegel sind seit den frühen Hochkulturen einer der wichtigsten Baustoffe der Menschheit. Die Baugeschichte hat unzählige Meisterleistungen hervorgebracht, die dank des langlebigen Materials noch immer erhalten sind. In unserer Blog-Reihe „Geschichte des Klinkers“ stellen wir den langen Weg von den ersten Lehm-Ziegeln bis zur heutigen Brennkunst des Klinkers vor. Im ersten Teil widmen wir uns den Urformen des Materials vor 12.000 Jahren bis zur Spätantike. (weiterlesen …)


02. Jun

DIE WELT DURCH SCHÖNHEIT VERÄNDERN

Karl Friedrich Schinkel (*13.03.1781, Neuruppin / +09.10.1841, Berlin)

veröffentlicht am 02.06.2015 um 8:02 Uhr / von Stefanie Kamphues / 0 Kommentare

Karl_friedrich_schinkelKarl Friedrich Schinkel war ein preußischer Baumeister, Architekt, Stadtplaner, Maler, Grafiker und Bühnenbildner, der den Klassizismus in Preußen entscheidend mitgestaltete und das Bauen unter den Gesichtspunkten der Zweckmäßigkeit betrachtete. Darunter standen die Form, das Verhältnis und der Charakter eines Gebäudes mit den Haupteigenschaften bestes Material, beste Bearbeitung und Fügung des Materials.

1798 wurde er in das Elternhaus von Friedrich Gilly in Berlin aufgenommen wodurch er im gleichen Jahr von König Friedrich Wilhelm III an die Bauakademie gelangte. Friedrich und David Gilly lehrten dort, Schinkel war ihr Meisterschüler.

1806 bekam der junge Architekt in Zülchow bei Stettin Kontakt zur Herstellung von Mauerziegeln und Schamottesteinen. Zunächst wurde er Oberbau-Assessor für das „ästethische Fach“, später Geheimer Oberbaudirektor und Beauftragter für die Denkmalpflege in Preußen. Er erstellte mehrere Gutachten zur Instandsetzung von Kirchen.

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15. Mai

Architekt Justus Mayser: Potsdamer Bungalow

Moderne in Backstein

veröffentlicht am 15.05.2015 um 15:25 Uhr / von Marcel Lohmann / 0 Kommentare

Beim Bau des Bungalows in Potsdam Glienicke gab es von Anfang an eine sehr fruchtbare Beziehung von Architekt und Auftraggeber: „Beide Bauherren hatten schon Erfahrung mit dem Bau von Häusern gesammelt“, sagt der in Michendorf ansässige Architekt Justus Mayser. „Es war sehr wohltuend, mit Leuten zu arbeiten, die wissen, was beim Bauen alles passieren kann.“
Berlin_ Arch Mayser_Manchester ModF (1)Die Bauherren sind nach Potsdam gezogen, um in der Nähe ihrer Kinder zu sein. Auf dem 1.497 m2 großen Grundstück sollte ein Alterswohnsitz entstehen, um dort naturnah zu leben. Das Ehepaar hatte den Wunsch, alle Wohneinheiten auf einer Ebene barrierefrei unterzubringen, damit sie dort im fortgeschrittenen Alter nicht wieder ausziehen müssen.
Da die Bauherren bereits Kompetenz mitbrachten, konnte der Architekt sich dem Projekt auch auf einer inhaltlichen Ebene annähern: „Wir sind gestartet, wie ich es sonst eigentlich nicht mache“, sagt Justus Mayser. „Ich habe aus der Literatur Beispiele rausgesucht, und wir haben darüber diskutiert“. Zu den Inspirationsquellen gehörten die Bauten von Mies van der Rohe wie zum Beispiel das Farnsworth House oder auch die berühmten Case Study Houses in Kalifornien. (weiterlesen …)


14. Apr

Kunst in allen Disziplinen

PETER BEHRENS (*14. APRIL 1868 IN HAMBURG; †27. FEBRUAR 1940 IN BERLIN)

veröffentlicht am 14.04.2015 um 14:40 Uhr / von Simone Müller / 0 Kommentare

Peter_Behrens,_um_1913

Architekt Peter Behrens, um 1913. Fotografie von Waldemar Titzenthaler

Der Begriff „Industriedesign“ ist in der heutigen Zeit eine von vielen genutzte Beschreibung für die Gestaltung von Alltagsgegenständen. Wer diesen Begriff aber maßgeblich geprägt hat und für die Entwicklung und Verbreitung dieser Kunstform verantwortlich ist, wissen nur wenige. Peter Behrens, geboren im Jahr 1868 in Hamburg, war Architekt, Maler, Grafiker, Designer, Typograf und Erfinder der ersten Corporate Identity. Die Architektur brachte sich das Universaltalent autodidaktisch bei und überzeugte mit eindrucksvollen Entwürfen und Bauten. Immer wieder griff Behrens auf Klinker als prägendes Fassadenmaterial zurück, so auch beim Bau des Hauptlagerhauses der Gutehoffnungshütte in Oberhausen oder dem Technischen Verwaltungsgebäude der Hoechst AG in Frankfurt. Mit seinen Arbeiten inspirierte er namhafte Künstler und war unter anderem Lehrer renommierter Architekten, wie zum Beispiel Walter Gropius, Ludwig Mies van der Rohe oder Le Corbusier.

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03. Mrz

Backsteintektonik

veröffentlicht am 03.03.2015 um 18:24 Uhr / von Simone Müller / 0 Kommentare

 

Auszüge aus Udo Garritzmann: Die Tektoniken der Backsteinarchitektur – Zwischen der Tektonik des Lasttragens und der Tektonik der Bekleidung

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Dieser Essay ist als Beitrag zu dem Projekt An Exacting Material: Tectonics in Contemporary Brick Architecture an der Academie voor Bouwkunst Amsterdam entstanden.

In einem niederländischen Wörterbuch der Architektur aus 2005 wird Backsteinarchitektur definiert als „Architektur, die Backstein konstruktiv verwendet, als ein Stapelmaterial mit kleinen Maßen. Der Backstein erfüllt eine lasttragende Funktion, und ist daher nicht bloße Füllung oder Bekleidung“

Die Bezeichnung Backsteinarchitektur bei zeitgenössischen Gebäuden bezieht sich in der Regel auf die Verwendung von Backstein genau als Bekleidung oder Füllung. Es ist daher nicht verwunderlich, dass sich das zitierte Wörterbuch insbesondere auf die Architektur vor 1900 bezieht, und dass seine Autoren sich mit der Konservierung und Restaurierung des niederländischen architektonischen Kulturguts beschäftigen.

 

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12. Feb

Planungsbüro pbr: Staatsarchiv Stade

Massivität und Transparenz im Wechselspiel

veröffentlicht am 12.02.2015 um 15:06 Uhr / von Marcel Lohmann / 0 Kommentare

Mit seiner klaren Formensprache fügt sich der Neubau des Niedersächsischen Landesarchivs am Standort Stade harmonisch in das bestehende Stadtbild ein. Der Entwurf des Planungsbüros pbr aus Osnabrück stellt eine optimale Verbindung von Raumangebot, Schutz der Archivalien und Nachhaltigkeit her. Drei kubische Baukörper sind über eine zentrale Erschließung miteinander verbunden und spiegeln ihre unterschiedlichen Funktionen in der Gebäudehülle wider. Aus der Kombination verschiedener Fassadenelemente ergibt sich ein spannungsreiches Wechselspiel von geschlossenen und offenen Partien. Klinker der Sortierung „Lübeck“ aus dem Nottulner Klinkerwerk Hagemeister verleiht dem Komplex einen massiven, schützenden Charakter und schlägt eine Brücke zum ziegelgeprägten Stadtgebiet.

Stade_Grabenweg_Neubau Landesarchiv_Verwaltung + Archiv_NF Lübeck (27)

Das neue Staatsarchiv in Stade ist nicht nur aus architektonischer Sicht besonders: Die länderübergreifende Zusammenarbeit im Archivwesen zwischen der Landesregierung Niedersachsens und der Freien Hansestadt Hamburg ist bundesweit einzigartig. Im alten Staatsarchiv Stade, das Mitte der 60er-Jahre entstand, waren die räumlichen Kapazitäten für die Aufbewahrung von Grundbüchern und Akten erschöpft. Außerdem entsprach das Archiv nicht den Anforderungen einer fachgerechten Aufbewahrung von Archivgut. Der Neubau zeichnet sich neben Raum für 50 Regalkilometer, durch kurze Wege sowie eine moderne Ausstattung aus. Die Planer setzten auf das Prinzip der natürlichen, passiven Klimatisierung, die ein selbst stabilisierendes Raumklima generiert. Durch diesen Schritt werden Betriebskosten gespart und die Nachhaltigkeit aus ökologischer Sicht sichergestellt. (weiterlesen …)


29. Okt

FRITZ-HÖGER-PREIS 2014

DIE SIEGER 2014

veröffentlicht am 29.10.2014 um 13:01 Uhr / von Simone Müller / 0 Kommentare

Mit über 70 nominierten Projekten aus mehr als 500 Wettbewerbsbeiträgen präsentiert der Fritz-Höger-Preis 2014 einmal mehr einen beeindruckenden Querschnitt internationaler Backstein-Architektur. Neben einem Grand Prix wurden in diesem Jahr erstmalig der Fritz-Höger-Preis in Gold und Silber sowie die Auszeichnung Special Mention vergeben.

Winner Grand Prix: Alvaro Siza / Rudolf Finsterwalder, Stephanskirchen | Siza-Pavillon Insel Hombroich</br>Foto © Tomas Riehle (Einreichung im Rahmen des Fritz-Höger-Preises)

Winner Grand Prix: Alvaro Siza / Rudolf Finsterwalder, Stephanskirchen | Siza-Pavillon Insel Hombroich
Foto © Tomas Riehle (Einreichung im Rahmen des Fritz-Höger-Preises)

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16. Okt

Expressionistische Ikone aus Backstein

Das Chilehaus in Hamburg

veröffentlicht am 16.10.2014 um 9:41 Uhr / von Simone Müller / 0 Kommentare

Hagemeister_Chilehaus-(2)

von Lumu [GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html) oder CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)]

 

Es ist ein Paradebeispiel für eindrucksvollen Backsteinexpressionismus – das im Jahr 1924 eröffnete Chilehaus. Das von der Backsteingotik der 1920er Jahre geprägte Gebäude ist eines der großen Aushängeschilder der Hansestadt. Architekt Fritz Höger hat den Bau im Auftrag des Hamburger Kaufmanns Henry Brarens Sloman entworfen. Mit 36.000 m2 Bruttogeschossfläche und bis zu zehn Stockwerken war das Chilehaus eines der ersten Hamburger Hochhäuser. Das Besondere an diesem eindrucksvollen Gebäude, das mit seiner charakteristischen Fassadenspitze an der Ostseite einem Schiffsbug ähnelt, ist der verwendete Klinker. Mit detailreichen Reliefs und in abwechslungsreichen Mustern verlegt, bringt das raue, deformierte Baumaterial Bewegung in die schwere Hülle des denkmalgeschützten Backsteinbaus.

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