06. Mai

RIV bietet modernes und exklusives Wohnen in Amsterdam

Vor- und Rücksprünge lassen die Fassade aufleben

veröffentlicht am 06.05.2019 um 14:41 Uhr / von Marcel Lohmann

Hochwertig und gemütlich zugleich – so präsentiert sich das Wohngebäude RIV in Amsterdam-Zuid. Miets- und Eigentumswohnungen mit einem hohen Qualitätsstandard in der Ausstattung präsentieren sich in einem massiv wirkenden Block, der durch Vor- und Rücksprünge aufgelockert wird. Hagemeister-Klinker der Sortierung Gent FU kam an der Fassade zum Einsatz – wobei der Brennprozess auf Wunsch der Architekten angepasst wurde, um eine bestimmte Farbgebung zu erreichen.

In den 1920/1930ern war es laut in Amsterdam-Zuid: Bagger und Kräne rollten an, um den kleinen Stadtteil Rivierenbuurt anzulegen – ein durchgeplantes Stück Erde, das für die Bewohner der niederländischen Hauptstadt neue Wohnmöglichkeiten eröffnen sollte. Auch heute ist die Rivierenbuurt ein beliebter Ort. Die Anwohner haben es nicht weit zum Fluss Amstel oder zu den verschiedenen Parkanlagen der Umgebung. Attraktive Geschäfte und Gastronomien befinden sich ebenfalls in der direkten Nachbarschaft. In dem beliebten Viertel haben NEXT Architects das Wohngebäude RIV realisiert, das sich an einer Straßenecke in die Höhe streckt und in Richtung des hinteren Teils leicht abfällt – so entsteht der Eindruck einer modernen Stufenpyramide. Unterstützt wird diese Optik durch die verschiedenen Vor- und Rücksprünge der gestaffelten Balkone, die zusätzlich mit Rahmen aus weißem Beton akzentuiert wurden. Sie beleben die Fassade und ermöglichen immer neue Blickwinkel. Sonnenkollektoren auf dem Dach sorgen für die Beleuchtung der Korridore – auf Nachhaltigkeit wurde besonderer Wert gelegt.

Hohe Decken und große Fenster

44 Eigentums- und 23 Mietswohnungen bieten moderne und angenehme Räume – die Eigentumswohnungen gehen dabei teilweise über mehrere Geschosse und präsentieren ein exklusives Lebensumfeld. Alle Wohnungen haben Balkone bzw. Gärten gemein, zudem sorgen hohe Decken und große Fenster für eine luftige und helle Optik, die dennoch der Privatsphäre Rechnung trägt. „Wir stellten uns hier ein skulpturales Gebäude aus einem Guss vor, einen Monolith, der stark das Gemeinsame verbildlicht, aber auch dem individuellen Wohnen Ausdruck verleiht“, sagt Projektarchitekt Joost Lemmens von NEXT Architects. Der Bau wirkt daher trotz der Gliederung wie ein plastisches Ganzes.

Andere Farbe durch veränderten Brandprozess

In Anlehnung an den alten Amsterdamer Süden und die Fassadengestaltung der Nachbarschaft haben sich die Architekten für Klinker entschieden. Dabei sollte ein robuster Stein zum Einsatz kommen, der nicht zu verspielt wirkte. Die Hagemeister-Sortierung Gent mit kräftigen Kohlebrandakzentuierungen wurde schließlich gewählt; sie sollte mit der Fußseite (FU) vermauert werden. Dabei gab es jedoch individuelle Änderungen, die gemeinsam mit dem Klinkerwerk ausgearbeitet worden sind. Gent hat regulär eine ins gelb gehende, terrakottafarbene Fußseite, für die Fassade von RIV war aber eine helle Rot-Färbung gewünscht. Hagemeister passte daraufhin den Brandprozess an.

Das Ergebnis war ein Klinker mit einer rötlich bis orange-farbenen Fußseite, versehen mit einem hellen bronzenen Unterton. „Der Klinker ist extrem reich an Details“, zeigt sich Lemmens begeistert, „aus der Entfernung dominiert das zarte Rot, und der Klinker liefert ein homogenes Bild ab, das den skulpturalen Charakter des Gebäudes unterstreicht.“

Horizontale Linienführung streckt die Fassade

Abgesehen von einigen Prefab-Stürzen mit Klinkerstreifen wurde bei RIV die Fassade auf traditionelle Art und Weise im wilden Verband gemauert. Sie wurde ohne Stoßfugen mit einer dunkleren, zurückliegenden Läuferfuge gearbeitet, die verhältnismäßig schmal ist. Diese horizontale Linienführung sorgt für einen leicht langgestreckten Effekt in den Fassaden. „Das Material gibt dem Gebäude das gewünschte Volumen, zudem eignet es sich bestens, um die Wohnfunktion zu betonen“, resümiert Lemmens zufrieden. Mit dem RIV ist damit ein starkes Gebäude in der Rivierenbuurt entstanden, das Exklusivität und Annehmlichkeiten miteinander verbindet.

Projektdaten

Architektur: Next Architects, Amsterdam

Auftraggeber: Cradle of Development Vastgoedontwikkeling, Amsterdam

Klinker: Objektsortierung „Gent RIV FU“

Format: BDF SF (240 x 90 x 51 m)

Verklinkerte Fläche: ca. 5.600 m²



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