14. Apr

Neue Landmarke im Nordosten Moskaus

Wohnkomplex Egodom greift historische Bauten auf

veröffentlicht am 14.04.2018 um 15:13 Uhr / von Marcel Lohmann

Moskau - Früher beherrschten Werkstätten und Garagen das Areal – heute blicken zwei trutzige Wohntürme auf die Umgebung.

Der Architekt Sergey Skuratov hat hier mit seinem Team den Wohnkomplex „Egodom“ realisiert. Hohe Fensterfronten, die über zwei Etagen gehen, dominieren das Gebäude und strecken es dem Himmel entgegen. Fassaden aus Hagemeister-Klinker greifen die Optik der historischen Umgebungsbauten auf und verleihen den beiden Türmen einen kraftvollen und gleichsam modernen Ausdruck.

Der Nordosten Moskaus ist geprägt von großen Wohn- und Verwaltungsgebäuden und riesigen Lagerhallen. Der Sozialismus hat hier seine Spuren hinterlassen. Seit einigen Jahren jedoch erobern zunehmend Fitnesscenter, internationale Restaurants und große Einkaufscenter die Gegend – ein neuer Wind hält Einzug in die anonymen Straßenschluchten und lockt immer mehr zahlungskräftige Bewohner an. Sie schätzen die gute Anbindung durch die Metrostation “Alexejewna”, mit der sie in kurzer Zeit den acht Kilometer entfernten Kremel erreichen. Ein weiterer Anziehungspunkt ist der Sokolniki-Park, benannt nach der Falkenjagd, die hier im 17. Jahrhundert das Vergnügen des Adels war. Heute ist er der größte Waldpark der russischen Hauptstadt.

Mit dem Wohnkomplex “Egodom” ist eine weitere Attraktion hinzugekommen. Die beiden Wohntürme prägen eine große Kreuzung und greifen Elemente der Umgebungsbebauung auf.

INNENHOF VERMITTELT RUHE UND GEBORGENHEIT

Das Waisenhaus der Brüder Bachruschin und das Aleksejewskij-Wasserwerk – beides Gebäude aus dem 19. Jahrhundert – wurden mit rotem Klinker gebaut. Als Hommage an diese historischen Bauten wurde dieses Motiv aufgenommen und zum dominierenden Element des Ortes gemacht, sagt der Architekt Sergey Skuratov. Zwei Türme, einer kleiner, einer größer, stehen leicht versetzt zueinander. Ein begrünter Innenhof, der etwas tiefer als das Straßenniveau liegt, vermittelt Ruhe und Geborgenheit. Er liegt auf dem Dach der Tiefgarage und wurde ebenfalls mit Klinker gepflastert. Hier ist auch ein Spielplatz, der den Besuchern des Cafés und des Kindergartens, die in den Gebäuden untergebracht sind, Abwechslung bietet.

FENSTERFRONTEN ÜBER ZWEI STOCKWERKE

In den Türmen befinden sich 114 Wohnungen, einige davon sind luxuriöse Penthäuser mit einer Fläche von 230 bis 306 Quadratmetern. Die Fensterfronten des Gebäudes gehen teilweise über zwei Stockwerke, sodass eine langgezogene Optik entsteht – das Gebäude streckt sich regelrecht in die Höhe.

Die Terrassen der Penthousewohnungen werden von den Gebäudeteilen überragt und wirken wie eine nach oben offene Halle – von hier haben die Bewohner den perfekten Blick auf die Innenstadt. Getönte Aluminiumfenster, Glas und schwarzes Metall wirken zurückhaltend und zeitlos zugleich.

TÜRME WIRKEN NATÜRLICH GEWACHSEN

Die Handschrift der Architektur ist modern: Ein komfortables Gebäude mit den neuesten Annehmlichkeiten; gleichzeitig fügt es sich in die Umgebung ein und wirkt dadurch nicht wie ein Fremdkörper, sondern wie natürlich gewachsen. Durch den Klinker als Fassadenmaterial ließ sich vor allem die vertikale Struktur der beiden Wohntürme realisieren. Darüber hinaus ist Skuratov überzeugter Klinker-Bewunderer: “Klinker scheut weder Schnee, Eis noch Wasser. Dazu bietet es eine wirkungsvolle und taktil ansprechende Oberfläche.” Gebäude mit Klinker wirkten ausdrucksstark, überzeugend sowie potent und vermittelten einen zuverlässigen Eindruck.

PROJEKTDATEN

Architektur: Sergey Skuratov Architects
Fassadenklinker: Objektsortierung “Egodom”, 212 x 105 x 40 mm
Verklinkerte Fläche: 17.600 m²



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