28. Jul

„Man muss Klinker nicht gestalten, er ist Gestaltung selbst.“

Professor Christoph Mäckler über die Bedeutung und Zukunft von Klinker

veröffentlicht am 28.07.2014 um 10:19 Uhr / von Simone Müller

SW_ProfMäcklerArchitekt, Hochschullehrer und Gründer des Instituts für Stadtbaukunst, Professor Christoph Mäckler, vertritt eine Architektur der Angemessenheit. Dabei stehen die Funktionalität und die Dauerhaftigkeit der Gebäude sowie die Eingliederung der Bauten in ihren städtebaulichen Kontext im Vordergrund. Am  Klinker schätzt er besonders dessen langlebigen und lebendigen Charakter. Im Interview spricht er über Qualitäten und Grenzen des Baustoffs, über Klinkerkultur und Vor- und Nachteile aktueller Wärmeschutzmaßnahmen.

Welche architektonischen Einflüsse haben Sie in Ihrer Laufbahn geprägt? Wie definiert sich Ihre Architektur?

Professor Christoph Mäckler: Mich hat zunächst der Funktionalismus geprägt und die Art und Weise, wie in den 70er Jahren in Deutschland Architektur gemacht wurde. Der Funktionalismus hat dazu geführt, dass wir wieder angefangen haben, über Architektur nachzudenken, insbesondere über Stadtarchitektur. Ich orientiere mich an der Kultur der Stadt. Meine Gebäude beschäftigen sich immer mit dem Ort an dem ich baue, mit seiner Geschichte, seiner Kultur und mit seinen Materialien. Ich schaue mir an, wie sich der Ort im Laufe der Jahrhunderte entwickelt hat und versuche mit einer eigenen Architektur darauf einzugehen.

Welche Bedeutung hat Klinker für Ihre Architektur?

Professor Christoph Mäckler: Die Bedeutung des Klinkers ist für mich sehr groß. Ich habe schon als junger Architekt eines meiner ersten Gebäude mit Klinker versehen. Es handelte sich um eine Kindertagesstätte in Frankfurt am Main/Sossenheim. Bei der Planung bin sehr schnell auf einen Tonbrandklinker gekommen. Das Material hat mich überzeugt, weil es an sich schon ein Stück Gestaltung ist. Man muss Klinker nicht gestalten, er ist Gestaltung selbst. Er ist ein Element, das schön anzusehen ist. Das war damals für mich sehr wichtig. Und die Häuschen dieser Kindertagesstätte stehen heute noch wie eine Eins und werden auch in 100 Jahren noch dort stehen. Der Klinker ist einfach nicht zu zerstören, er hält über Jahrzehnte und Jahrhunderte, ohne dass man ihn sanieren muss. (mehr …)


09. Jul

„Architektur beginnt, wenn zwei Backsteine sorgfältig zusammengesetzt werden.“

LUDWIG MIES VAN DER ROHE (*27. MÄRZ 1886 IN AACHEN; †17. AUGUST 1969 IN CHICAGO)

veröffentlicht am 09.07.2014 um 12:18 Uhr / von Simone Müller

Ludwig Mies van der Rohe gilt als einer der einflussreichsten Architekten der Moderne. Seine Arbeit und Lehre haben die Architekturgeschichte maßgeblich geprägt und sind noch immer Vorbild zahlreicher Neubauten. Unverkennbar in all seinen Werken war die Umsetzung seiner klaren Prinzipien: Konstruktionen sollten logisch sein und möglichst einfach. Ästhetik schafft der Architekt mit Hilfe struktureller Elemente. Bei der Umsetzung seiner Visionen griff Mies van der Rohe immer wieder auf Klinker zurück. Der Architekt ersetzte ornamentale Verkleidungen durch kompakte, kubische Komponenten. Dabei achtete er stets darauf, dass das „Einfache nicht mit dem Simplen“ verwechselt wird. Heute hat sich die Aussage des Avantgarde-Architekten zu einem weit verbreiteten Sprichwort entwickelt: „Weniger ist mehr.“

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11. Apr

„Putz ist Lüge“

Conrad Wilhelm Hase (*02.10.1818 in Einbeck +28.03.1902 in Hannover)

veröffentlicht am 11.04.2014 um 10:11 Uhr / von Stefanie Kamphues

Conrad Wilhelm Hase – ein einflussreicher Architekt des 19. Jahrhunderts, war in ganz Norddeutschland tätig, vorwiegend im Raum Niedersachsen. Durch ihn gewann der Ziegel als Fassadenstein wieder deutlich an Bedeutung.

1834 begann er sein Studium der Baukunst in Hannover und schloss es im Jahre 1838 ab. Anschließend empfahl ihm sein Architekturlehrer eine Maurerlehre aufzunehmen. Nach absolvierter Lehrzeit ging es für ihn Richtung München. Hier fand er Arbeit als Maurer bei Leo von Klenze, ein berühmter Architekt des Klassizismus. Die Stadt Einbeck ermöglichte C. W. Hase darauf ein Architekturstudium an der Münchener Akademie. Hier beeinflusste ihn maßgeblich der Rundbogenstil von Friedrich von Gärtner. Dieser hatte die klassizistische Formensprache weiterentwickelt, lehnte verputzte Fassaden ab und benutzte überwiegend Ziegel als Verblendsteine.

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17. Mrz

Die Sehnsucht nach massivem Klinkermauerwerk

Forum Stadtbaukultur Dortmund

veröffentlicht am 17.03.2014 um 14:36 Uhr / von Heike Thelen

Forum StadtbaukulturDie Sehnsucht vieler Architekten nach der massiv durchgemauerten Wand war beim 80. Forum Stadtbaukultur Dortmund zum Thema „Mit Klinkern gemauert“ im denkmalgeschützten Klinkerbau der Handwerkskammer Dortmund spürbar. Doch angesichts aktueller Wärmeschutzstandards scheint dieser Traum, der viele historische Klinkerbauten prägt, heute kaum noch realisierbar. Das haben die Architekten Michael Schwarz, Vertretungs-Professor am Lehrstuhl Gebäudelehre der TU Dortmund, Arndt Brüning, Vorstandsvorsitzender im Bund Deutscher Architekten (BDA) Essen, und Stephan Becker, Mitglied im Geschäftsführenden Vorstand im Bund Deutscher Baumeister Architekten und Ingenieure (BDB) Dortmund, deutlich gemacht.

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05. Feb

Ästhetik Klinker Nachhaltigkeit

Hagemeister Architektenseminar 2014

veröffentlicht am 05.02.2014 um 10:17 Uhr / von Heike Thelen

Referenten im Klinker Seminar 2014In welchem Verhältnis stehen Ästhetik und Nachhaltigkeit in der Architektur? Ist ein luftdicht verpacktes Energiesparhaus schon nachhaltig? Inwiefern fließen ästhetische Überlegungen in die Gebäudezertifizierung des Deutschen Gütesiegels Nachhaltiges Bauen (DGNB)  ein? Diese Fragen haben internationale Referenten wie Sergey Skuratov aus Moskau, Friedrich Wolters  aus Coesfeld, Peter Böhm aus Köln und Prof. Dr.-Ing. Thomas Stark aus Konstanz beim Hagemeister Klinkerseminar 2014 in Nottuln an zwei Tagen mit 500 Architekten diskutiert und aus technischen, ästhetischen, energetischen und historischen Blickwinkeln beleuchtet. (mehr …)


25. Nov

„Klinker altert elegant“

Interview mit Peter L. Wilson, Architekt und Büropartner bei BOLLES+WILSON GmbH & Co. KG in Münster

veröffentlicht am 25.11.2013 um 14:41 Uhr / von Heike Thelen

BOLLES+WILSON ArchitektenehepaarPeter L. Wilson ist Architekt und Büropartner bei BOLLES+WILSON GmbH & Co. KG in Münster. Für ihn ist Klinker eines der nachhaltigsten Baumaterialien. Denn energieeffizient zu bauen bedeutet für ihn, den gesamten Lebenszyklus eines Gebäudes zu betrachten. Mit Blick auf Langlebigkeit könne der Klinker seine Qualitäten voll ausspielen.

Was macht den Reiz des Klinkers aus?
Peter L. Wilson:
Seine Solidität. Klinker ist ein absolut dauerhaftes, würdiges Material. Er ist sehr robust. Sein Reiz besteht in seiner charakteristischen Optik ebenso wie in seiner Masse.

Welche besonderen Qualitäten des Klinkers sind für Ihre Entwürfe entscheidend?
Peter L. Wilson:
Etwa 40 bis 50 Prozent unserer Bauwerke bauen wir mit Klinker. Bauherren sind immer beruhigt, wenn wir Klinker einsetzen. Er hat eine allgemeine Akzeptanz, weil er ein sehr bekanntes und vertrautes Material ist. Denn Klinker altert sehr elegant. Andere Materialien müssen gepflegt werden. Klinker mit Patina ist dagegen noch schöner als neuer Klinker.

Warum prägen dann so viele Betonbauten die aktuelle Architektur?
Peter L. Wilson:
In dieser Frage gilt es, kurzfristige Effekte und langfristige Qualitäten zu unterscheiden. Beton ist zurzeit sehr „in“. Aber wir alle wissen, dass Beton im Außenbereich bei weitem nicht die Langlebigkeit hat wie Klinker. Bei der Materialwahl muss man die ganze Lebensdauer des Gebäudes im Auge behalten. Deshalb verwenden wir von BOLLES+WILSON außen fast nie Sichtbeton. (mehr …)


25. Nov

„Jeder Ziegel ist für sich schön“

Interview mit Architekt Arno Lederer, Büropartner bei lederer+ragnarsdóttir+oei in Stuttgart und Professor für Architektur an der Universität Stuttgart

veröffentlicht am 25.11.2013 um 14:15 Uhr / von Heike Thelen

LROArno Lederer ist Architekt, Büropartner bei lederer+ragnarsdóttir+oei in Stuttgart und Professor für Architektur an der Universität Stuttgart. Als streitbarer Verfechter des massiven Ziegelmauerwerks tritt er für eine formenreiche Baukunst mit dem traditionellen Baustoff ein und fordert zu ganzheitlicher Betrachtungsweise in der Energiedebatte auf.

Welche Bedeutung hat der Ziegel für den architektonischen Entwurf?
Arno Lederer: Ich baue gern mit Materialien, die man durch die Jahrhunderte kennt und die dadurch eine gewisse Akzeptenz und Vertrautheit haben. Wie der Ziegel eben. Durch diesen Baustoff und die Art seiner Schichtung ist einem in einer ersten Annäherung an ein Gebäude bereits alles vertraut. Neu sind allein die modernen und zeitgemäßen Formen.

Was macht den Unterschied zwischen Ziegelmauerwerk und Bauwerken aus Beton und Stahl aus?
Arno Lederer: Jedes Material für sich genommen hat seine spezifischen Eigenschaften und Qualitäten. Für welches Material man sich entscheidet, hängt immer von der Bauaufgabe ab. So würde ich für weit gespannte Bauwerke eine Konstruktion aus Beton und Stahl errichten, für mehrgeschossige eignet sich Beton aufgrund des erforderlichen Brandschutzes. Bei Gebäuden mit kurzen Spannweiten ist es der Ziegel wegen der Vertrautheit des Materials im Kontext zu Landschaft und Umgebung. Denn wir müssen ja keinen Kontrast bauen. In unserem Architekturbüro beschäftigen wir uns mit dem Thema des Weiterbauens und der Kontinuität.
Über diese konstruktive Dimension der Materialwahl hinaus eignet sich der Klinker auch für zahlreiche Bauwerke als Vormauerziegel. Seine Haptik, dass man den Ziegel anfassen kann, macht einen wesentlichen Teil der Faszination für das Material aus. (mehr …)


28. Feb

Baukultur in Klinker

Architektenseminar im Ziegelwerk 2013

veröffentlicht am 28.02.2013 um 17:08 Uhr / von Heike Thelen

Hagemeister Klinkerseminar01Klinkerarchitektur hat zu jeder Zeit einen bedeutenden Beitrag zur Baukultur geleistet. Das haben die Referenten des Architektenseminars im Klinkerwerk Hagemeister beispielhaft vor knapp 400 Architekten und Planern gezeigt. Zwei Tage lang beleuchteten Robert Wetzels, Inhaber des Kölner Büros bob-architektur, Jan Peter Wingender, Gesellschafter von Wingender Hovenier Architecten BV aus Amsterdam, Jörg Preckel, Partner von Pfeiffer-Ellermann-Preckel GmbH aus Münster und Paola Pellandini, Architektin im Schweizer Studio Architetto Mario Botta, herausragende Klinkerarchitektur in Deutschland, Italien, den Niederlanden, der Schweiz und China. Ihre Beispiele veranschaulichen, dass in der aktuellen Architektur die konstruktive Funktion des Ziegels als Baumaterial hinter seine dekorativen und langlebigen Eigenschaften als Verblendmaterial rückt.

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25. Feb

Die Unschuld des Ziegels

Interview mit Alexander Schwarz, Partner bei David Chipperfield Architects in Berlin

veröffentlicht am 25.02.2013 um 15:18 Uhr / von Marcel Lohmann

Alexander SchwarzAlexander Schwarz ist Architekt und Partner bei David Chipperfield Architects in Berlin. Für ihn ist Klinker eines der nachhaltigsten Baumaterialien. Mit Blick auf Langlebigkeit könne der Klinker seine Qualitäten voll ausspielen. Denn energieeffizient zu bauen, bedeutet für ihn, den gesamten Lebenszyklus eines Gebäudes zu betrachten.

Warum ist Klinker für die Architektur von David Chipperfield Architects interessant?
Alexander Schwarz:
Es ist ziemlich erstaunlich, darüber nachzudenken, was der Klinker in seiner Unschuld alles leistet. Er hat eine sehr große Selbstverständlichkeit. Er ist sehr normal, und gleichzeitig kann er ganz viel. Das zeigt sich, wenn man bedenkt, was eine monolithisch gemauerte Wand alles kann.

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