09. Jun

Urbane Balance

Wohnkomplex „Garden Quarters“ bringt Gleichgewicht in Moskauer Zentrum

veröffentlicht am 09.06.2017 um 8:30 Uhr / von Simone Müller

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Mit der Wohnbebauung „Garden Quarters“ realisiert der russische Architekt Sergey Skuratov ein imposantes Großprojekt im Zentrum von Moskau, das privaten Wohnraum und öffentliche Flächen harmonisch in Einklang bringt. Auf insgesamt 14 Hektar Grundstück entstehen in Zusammenarbeit mit sechs weiteren renommierten Moskauer Büros 40 Wohn- und Geschäftsgebäude, großzügige Grünflächen und 4000 unterirdische PKW-Stellplätze. Als Gewinner des ausgelobten Wettbewerbs, entwickelte der Architekt einen umfassenden Masterplan für das ehemalige Fabrikgelände im Bezirk Khamovniki. Nach außen präsentieren sich die Bauten des „Garden Quarters“ als Ensemble aus in Materialität, Reliefierung und Struktur variierenden Volumen. In der Gesamtheit entfaltet der Komplex eine elegante, skulpturale Wirkung. Sergey Skuratov gestaltete mehrere Fassaden und Bodenflächen mit Klinker aus dem Nottulner Werk Hagemeister. Die eigens für dieses Projekt entwickelte Sortierung „Gent Garden Quarters“ erinnert an die industrielle Vergangenheit des Bezirks und lässt gleichzeitig moderne Interpretationen von Starre und Dynamik in der Fassadengestaltung zu.
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22. Nov

Oberfinanzdirektion Münster verbindet Tradition und Moderne

Rhythmisierte Module sorgen für spannendes Wechselspiel in der Fassade

veröffentlicht am 22.11.2016 um 16:07 Uhr / von Simone Müller

Keine drei Kilometer vom Hafen entfernt, an einer der Hauptzufahrtstraßen zur Innenstadt, liegt das neue Gebäude der Oberfinanzdirektion (OFD) Münster. Über 135 Meter zieht sich die Hauptachse am Albersloher Weg. Entlang der Hauptstraße dominiert die Magistrale, die Hauptverkehrsader des imposanten Gebäudes. Zur rückwärtigen Seite gehen fünf weitere Gebäudeteile wie Kammzinken von ihr ab. Hier haben rund 500 Mitarbeiter der OFD ihre Einzel- oder Doppelbüros, in der Magistrale sind Besprechungsräume, sanitäre Anlagen und die Technik untergebracht. Zwischen den Kammzinken lockern unterschiedlich gestaltete Grünflächen das Gesamtbild auf. Nach rund zweieinhalb Jahren Bauzeit wurde das Gebäude im August 2016 übergeben. Der Bauherr und Vermieter, das Bau- und Liegenschaftsamt NRW, war vor allem von der klaren Struktur und der funktionellen Aufteilung der neuen OFD-Heimat überzeugt. Mit einem Blick für Details hat die Arbeitsgemeinschaft „Patriarche & Co. und Schuster Architekten“ aus Paris bzw. Düsseldorf ein Gebäude geschaffen, das sowohl Tradition als auch moderne Anforderungen gekonnt miteinander verbindet. Hagemeister Klinker der Objektsortierung „OFD“ prägen die Fassade und stellen den Bezug zur Region her.

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29. Jan

„Klinker ist ein disziplinierendes Material“

IM GESPRÄCH MIT JAN PETER WINGENDER

veröffentlicht am 29.01.2016 um 12:07 Uhr / von Simone Müller

Jan-Peter-WingenderBeständige, funktionale und zum Ort passende Bauten charakterisieren die Architektur von Jan Peter Wingender, Mitgründer des Amsterdamer Büros Office Winhov. Im Interview spricht der Architekt, Hochschuldozent und Buchautor über Materialdenken, Veränderungen und Trends in der niederländischen Baukultur sowie seinen besonderen Bezug zum Baustoff Klinker.

Herr Wingender, wie würden Sie Ihre Architektur beschreiben? 

Jan Peter Wingender: In unserem Büro interessieren wir uns besonders für gewöhnliche Gebäude. Die Stadt ist auf Grundlage solcher Bauten geschaffen. Wir verstehen darunter Architektur, die sich nicht in den Vordergrund drängt, sondern sich mit dem städtebaulichen Kontext auseinandersetzt und in das Stadtgefüge integriert. Häufig werden solche Objekte fälschlicherweise als normal oder sogar banal eingestuft. Jedoch sind sie nicht einfach zu entwickeln. Hinter ihrer vermeintlichen Gewöhnlichkeit steckt eine Raffinesse, die ihnen schließlich einen Sinn verleiht. Sorgfältige Studien des Ortes und eine starke formale, materielle Präsenz charakterisieren unsere Designs.

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14. Apr

Kunst in allen Disziplinen

PETER BEHRENS (*14. APRIL 1868 IN HAMBURG; †27. FEBRUAR 1940 IN BERLIN)

veröffentlicht am 14.04.2015 um 14:40 Uhr / von Simone Müller

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Architekt Peter Behrens, um 1913. Fotografie von Waldemar Titzenthaler

Der Begriff „Industriedesign“ ist in der heutigen Zeit eine von vielen genutzte Beschreibung für die Gestaltung von Alltagsgegenständen. Wer diesen Begriff aber maßgeblich geprägt hat und für die Entwicklung und Verbreitung dieser Kunstform verantwortlich ist, wissen nur wenige. Peter Behrens, geboren im Jahr 1868 in Hamburg, war Architekt, Maler, Grafiker, Designer, Typograf und Erfinder der ersten Corporate Identity. Die Architektur brachte sich das Universaltalent autodidaktisch bei und überzeugte mit eindrucksvollen Entwürfen und Bauten. Immer wieder griff Behrens auf Klinker als prägendes Fassadenmaterial zurück, so auch beim Bau des Hauptlagerhauses der Gutehoffnungshütte in Oberhausen oder dem Technischen Verwaltungsgebäude der Hoechst AG in Frankfurt. Mit seinen Arbeiten inspirierte er namhafte Künstler und war unter anderem Lehrer renommierter Architekten, wie zum Beispiel Walter Gropius, Ludwig Mies van der Rohe oder Le Corbusier.

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03. Mrz

Backsteintektonik

veröffentlicht am 03.03.2015 um 18:24 Uhr / von Simone Müller

 

Auszüge aus Udo Garritzmann: Die Tektoniken der Backsteinarchitektur – Zwischen der Tektonik des Lasttragens und der Tektonik der Bekleidung

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Dieser Essay ist als Beitrag zu dem Projekt An Exacting Material: Tectonics in Contemporary Brick Architecture an der Academie voor Bouwkunst Amsterdam entstanden.

In einem niederländischen Wörterbuch der Architektur aus 2005 wird Backsteinarchitektur definiert als „Architektur, die Backstein konstruktiv verwendet, als ein Stapelmaterial mit kleinen Maßen. Der Backstein erfüllt eine lasttragende Funktion, und ist daher nicht bloße Füllung oder Bekleidung“

Die Bezeichnung Backsteinarchitektur bei zeitgenössischen Gebäuden bezieht sich in der Regel auf die Verwendung von Backstein genau als Bekleidung oder Füllung. Es ist daher nicht verwunderlich, dass sich das zitierte Wörterbuch insbesondere auf die Architektur vor 1900 bezieht, und dass seine Autoren sich mit der Konservierung und Restaurierung des niederländischen architektonischen Kulturguts beschäftigen.

 

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29. Okt

FRITZ-HÖGER-PREIS 2014

DIE SIEGER 2014

veröffentlicht am 29.10.2014 um 13:01 Uhr / von Simone Müller

Mit über 70 nominierten Projekten aus mehr als 500 Wettbewerbsbeiträgen präsentiert der Fritz-Höger-Preis 2014 einmal mehr einen beeindruckenden Querschnitt internationaler Backstein-Architektur. Neben einem Grand Prix wurden in diesem Jahr erstmalig der Fritz-Höger-Preis in Gold und Silber sowie die Auszeichnung Special Mention vergeben.

Winner Grand Prix: Alvaro Siza / Rudolf Finsterwalder, Stephanskirchen | Siza-Pavillon Insel Hombroich</br>Foto © Tomas Riehle (Einreichung im Rahmen des Fritz-Höger-Preises)

Winner Grand Prix: Alvaro Siza / Rudolf Finsterwalder, Stephanskirchen | Siza-Pavillon Insel Hombroich
Foto © Tomas Riehle (Einreichung im Rahmen des Fritz-Höger-Preises)

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16. Okt

Expressionistische Ikone aus Backstein

Das Chilehaus in Hamburg

veröffentlicht am 16.10.2014 um 9:41 Uhr / von Simone Müller

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von Lumu [GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html) oder CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)]

Es ist ein Paradebeispiel für eindrucksvollen Backsteinexpressionismus – das im Jahr 1924 eröffnete Chilehaus. Das von der Backsteingotik der 1920er Jahre geprägte Gebäude ist eines der großen Aushängeschilder der Hansestadt. Architekt Fritz Höger hat den Bau im Auftrag des Hamburger Kaufmanns Henry Brarens Sloman entworfen. Mit 36.000 m2 Bruttogeschossfläche und bis zu zehn Stockwerken war das Chilehaus eines der ersten Hamburger Hochhäuser. Das Besondere an diesem eindrucksvollen Gebäude, das mit seiner charakteristischen Fassadenspitze an der Ostseite einem Schiffsbug ähnelt, ist der verwendete Klinker. Mit detailreichen Reliefs und in abwechslungsreichen Mustern verlegt, bringt das raue, deformierte Baumaterial Bewegung in die schwere Hülle des denkmalgeschützten Backsteinbaus.

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03. Sep

Amsterdamer Schule

Geschwungene Linien aus Backstein

veröffentlicht am 03.09.2014 um 10:51 Uhr / von Simone Müller

Foto 4Unverkennbar ist der vielseitige Einsatz von Ziegelsteinen, die das Markenzeichen der Amsterdamer Schule sind. Die Stilrichtung der klassischen modernen Architektur prägt heute maßgeblich das Stadtbild von Amsterdam. Verschiedenen Backstein-Arten gliedern die Fassaden optisch. So wirken sie weniger massiv und erscheinen dynamischer. Bekanntester Vertreter des „Backsteinexpressionismus“, der seinen Höhepunkt zwischen 1910 und 1930 erlebte, ist Architekt Michel De Klerk. Mit seinem Werk „Het Schip“, zu Deutsch „Das Schiff“, verewigte er sich im Stadtbild. Die Amsterdamer Schule ist untrennbar mit dem sozialen Wohnungsbau verbunden. Die Gebäude erfüllen aber weit mehr, als den reinen Zweck der Wohnraumgewinnung. (mehr …)


28. Jul

„Man muss Klinker nicht gestalten, er ist Gestaltung selbst.“

Professor Christoph Mäckler über die Bedeutung und Zukunft von Klinker

veröffentlicht am 28.07.2014 um 10:19 Uhr / von Simone Müller

SW_ProfMäcklerArchitekt, Hochschullehrer und Gründer des Instituts für Stadtbaukunst, Professor Christoph Mäckler, vertritt eine Architektur der Angemessenheit. Dabei stehen die Funktionalität und die Dauerhaftigkeit der Gebäude sowie die Eingliederung der Bauten in ihren städtebaulichen Kontext im Vordergrund. Am  Klinker schätzt er besonders dessen langlebigen und lebendigen Charakter. Im Interview spricht er über Qualitäten und Grenzen des Baustoffs, über Klinkerkultur und Vor- und Nachteile aktueller Wärmeschutzmaßnahmen.

Welche architektonischen Einflüsse haben Sie in Ihrer Laufbahn geprägt? Wie definiert sich Ihre Architektur?

Professor Christoph Mäckler: Mich hat zunächst der Funktionalismus geprägt und die Art und Weise, wie in den 70er Jahren in Deutschland Architektur gemacht wurde. Der Funktionalismus hat dazu geführt, dass wir wieder angefangen haben, über Architektur nachzudenken, insbesondere über Stadtarchitektur. Ich orientiere mich an der Kultur der Stadt. Meine Gebäude beschäftigen sich immer mit dem Ort an dem ich baue, mit seiner Geschichte, seiner Kultur und mit seinen Materialien. Ich schaue mir an, wie sich der Ort im Laufe der Jahrhunderte entwickelt hat und versuche mit einer eigenen Architektur darauf einzugehen.

Welche Bedeutung hat Klinker für Ihre Architektur?

Professor Christoph Mäckler: Die Bedeutung des Klinkers ist für mich sehr groß. Ich habe schon als junger Architekt eines meiner ersten Gebäude mit Klinker versehen. Es handelte sich um eine Kindertagesstätte in Frankfurt am Main/Sossenheim. Bei der Planung bin sehr schnell auf einen Tonbrandklinker gekommen. Das Material hat mich überzeugt, weil es an sich schon ein Stück Gestaltung ist. Man muss Klinker nicht gestalten, er ist Gestaltung selbst. Er ist ein Element, das schön anzusehen ist. Das war damals für mich sehr wichtig. Und die Häuschen dieser Kindertagesstätte stehen heute noch wie eine Eins und werden auch in 100 Jahren noch dort stehen. Der Klinker ist einfach nicht zu zerstören, er hält über Jahrzehnte und Jahrhunderte, ohne dass man ihn sanieren muss. (mehr …)


09. Jul

„Architektur beginnt, wenn zwei Backsteine sorgfältig zusammengesetzt werden.“

LUDWIG MIES VAN DER ROHE (*27. MÄRZ 1886 IN AACHEN; †17. AUGUST 1969 IN CHICAGO)

veröffentlicht am 09.07.2014 um 12:18 Uhr / von Simone Müller

Ludwig Mies van der Rohe gilt als einer der einflussreichsten Architekten der Moderne. Seine Arbeit und Lehre haben die Architekturgeschichte maßgeblich geprägt und sind noch immer Vorbild zahlreicher Neubauten. Unverkennbar in all seinen Werken war die Umsetzung seiner klaren Prinzipien: Konstruktionen sollten logisch sein und möglichst einfach. Ästhetik schafft der Architekt mit Hilfe struktureller Elemente. Bei der Umsetzung seiner Visionen griff Mies van der Rohe immer wieder auf Klinker zurück. Der Architekt ersetzte ornamentale Verkleidungen durch kompakte, kubische Komponenten. Dabei achtete er stets darauf, dass das „Einfache nicht mit dem Simplen“ verwechselt wird. Heute hat sich die Aussage des Avantgarde-Architekten zu einem weit verbreiteten Sprichwort entwickelt: „Weniger ist mehr.“

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Unsere Autoren

  • Marcel Lohmann
    Marcel Lohmann
    Marketingleiter, Hagemeister
  • Heike Thelen
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    freie Redakteurin
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    Geschäftsführerin, Hagemeister
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    Katharina Remke
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    Jan Krause
    Gebürtiger Hamburger, geprägt von der Klinkerarchitektur der Speicherstadt, aufgewachsen in einem gelben Klinkergebäude (war in der 1960ern sehr modern, vgl. Grindelhochhäuser von Bernhard Hermkes), fasziniert von der Klinkervielfalt internationaler Architekturerkundungen in Venedig, Mexiko, Kuala Lumpur, New York und Shanghai, leitet den Masterstudiengang Architektur Media Management AMM an der Hochschule Bochum und betreibt Architekturvermittlung mit seinem office for architectural thinking in Berlin.
  • David Jan Wilk
    David Jan Wilk
    ■ Wissenschaftlicher Mitarbeiter, Promotionsstudent - Lehrstuhl Grundlagen und Theorie der Baukonstruktion - TU Dortmund ■ Fritz-Höger-Preis für Backsteinarchitektur 2020 ■ Ausbildereignungsprüfung der HWK Dortmund 2019 ■ Freiberufliche Tätigkeit als Architekt seit 2018 ■ Master-Abschluss Juni 2018 ■ Jahrgangsbester im Bachelorstudiengang 2015 ■ Stipendiat im Deutschlandstipendium 2014 - 2017

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