28. Nov

Kontur eines Dorfes, Atmosphäre eines Wohnzimmers

veröffentlicht am 28.11.2022 um 14:40 Uhr / von Katharina Remke

Das niederländische Zwanenburg ist geprägt von dörflicher Backsteinarchitektur. In diesen Kontext fügt sich auch das neue Gemeinschaftshaus Dorpshuis ein. Formgebung und Fassadengestaltung beziehen sich auf die Umgebungsbebauung. Die Parkseite des Komplexes prägt vorgegraute Douglasie. Für die Gebäudehülle wählten die Architekten von heren 5 aus Amsterdam eine Mischung aus zwei beliebten Hagemeister-Sortierungen. Im wilden Verband verarbeitet, weist das Mauerwerk an den Fassaden eine starke Linearität auf.

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05. Sep

Klinker als Kontrapunkt

veröffentlicht am 05.09.2022 um 10:17 Uhr / von Katharina Remke

Wohnen im Grünen, und das mitten in der Großstadt: Wovon viele träumen, ist mit dem Wohnkomplex „Parc Seny“ unweit des gleichnamigen Parks in der belgischen Hauptstadt Brüssel Wirklichkeit geworden. Nach einem Entwurf des lokalansässigen Architekten Archi 2000 wurde aus einem ehemaligen Bürogebäude ein Quartier mit 120 Wohnungen geschaffen. Die Entscheidung für Klinker als Fassadenmaterial erfolgte aus Gründen der Integration in ein Viertel, das überwiegend von Backstein geprägt ist. Der helle Hagemeister-Stein „Marbach HS“ lockert die ursprüngliche Masse des bestehenden Gebäudes geschickt auf.

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07. Jul

Next Destination Klinker: Sehnsucht nach Sinnlichkeit

veröffentlicht am 07.07.2022 um 8:48 Uhr / von Prof. Jan Krause

„Das scheinbar Sekundäre, die […] Oberfläche […] ist das Primäre“. Diese Aussage Gottfried Sempers aus seinem Werk „Der Stil“ scheint heute so aktuell wie vor 160 Jahren. Gerade in Zeiten digitaler Transformation wächst die Sehnsucht nach einer neuen Sinnlichkeit. Der Begriff „Oberfläche“ ist dabei keineswegs oberflächlich zu verstehen, sondern von allergrößter Relevanz. Es geht um die Beschaffenheit der Fläche. Es geht um Materialität und Authentizität. Es geht um Haptik und um Berührung. Denn das Ziel jeder Architektur ist die Raumwahrnehmung mit allen Sinnen.

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30. Mrz

Backsteinrohbau

Materialgerechtigkeit im Diskurs

veröffentlicht am 30.03.2022 um 13:05 Uhr / von David Wilk

Tradition und falsche Rezeption: Das Dilemma des Backsteins

Bis heute gibt es innerhalb der Architektur zwei scheinbar unversöhnliche Lager. Die einen behaupten, der Backstein sollte in seiner „materialgerechten“ Art und Ausdrucksweise verwendet werden, während die anderen gemäß dem technischen Fortschritt der Produktions- und Konstruktionsweisen für einen optimierten und perfektionierten Einsatz plädieren. Beide Standpunkte beharren auf Ihrer geschichtlichen Legitimität zwischen teilweise romantisierten Vorstellungen der „ehrlichen“ Konstruktion und einer jahrhundertelangen Optimierungs- und Veredelungsentwicklung. Was ist die wahre Eigenart des Backsteins? Ein Blick auf die Baugeschichte verrät, dass keine der Parteien vollen Anspruch auf die Wahrheit hat.

Fassadenwirkung und „Ehrlichkeit“ stehen in diesem Beispiel nebeneinander. Eine Klinkerfassade vor einer Stahlkonstruktion

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28. Feb

Solitärhafter Charakter

Plastizität als Bezug zur industriellen Geschichte

veröffentlicht am 28.02.2022 um 11:26 Uhr / von Katharina Remke

Das Europaviertel in Frankfurt, zentral zwischen Messe und Hauptbahnhof gelegen, ist das letzte große innerstädtische Entwicklungsgebiet in der Rhein-Main-Metropole. Passend zur typischen Hochbauweise des Gebiets fügen sich die beiden Neubauten der Deutschen Bahn AG – der massive „DB Tower“ im Ensemble mit dem Bürogebäude „The Brick“ – harmonisch in die Umgebung ein. Die im Wettbewerb siegreiche Fassadenkonzeption von Aldinger Architekten aus Stuttgart wurde von Schmidt Plöcker Architekten PartG mbB als führender Entwurfsplaner in den laufenden Planungsprozess adaptiert. Das Klinkerwerk Hagemeister fertigte für beide Komplexe Objektsortierungen.

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20. Jan

Maritimes Wohnen

Klinker schafft nordische Identität und Klarheit

veröffentlicht am 20.01.2022 um 10:45 Uhr / von Katharina Remke

Ruhig und idyllisch liegt der Stadtpark „Königswiesen“ in Schleswig an der Ostsee. Das rund 16 Hektar große Areal erstreckt sich westlich der Altstadt am Nordufer des Ostseefjords Schlei. Einen direkten Blick ins Grüne haben die Mieter der 121 Wohnungen im neu erbauten urbanen Wohnquartier Königswiesen. Das Architekturbüro Paul Sindram realisierte ein gelungenes Ensemble aus individuellen Gebäudekörpern. Der Hagemeister Klinker „Marbach HS" fungiert als verbindendes Element und verleiht den Neubauten im Zusammenspiel mit großen Glasflächen einen freundlichen, offenen Charakter.

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29. Nov

NEXT Destination Klinker: Von Prefab zu Refab

veröffentlicht am 29.11.2021 um 17:39 Uhr / von Katharina Remke

„Prefab“ ist in aller Munde: „Vorfertigung“ ist das neue Zauberwort in der Baubranche. In Zeiten des Fachkräftemangels verheißt die Methode neue Perspektiven für Qualitätssicherung, Verkürzung der Bauzeiten und Digitalisierung. Zahlreiche Hoffnungen und Versprechungen verbinden sich mit diesem Begriff. Der Ansatz scheint zeitgemäß. Dabei ist er schon jahrtausendealt. Schon vor 10.000 Jahren gab es die Idee, Bauelemente vorzufertigen, Form und Größe zu standardisieren, vorgefertigt an die Baustelle zu liefern, um dort präzise verarbeitet zu werden: Die Ziegelbranche gilt als die Mutter der Prefab-Bewegung. Schon lange vor der Digitalisierung galt hier die Formel „design to production“. Verschiedene Tone, Zuschlagstoffe, Brennverfahren und Oberflächenbehandlungen führten zu einer Vielzahl von Designs. Alle in definierter, einheitlicher Qualität.

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10. Okt

Zwei Gebäude, zwei Charaktere – ein Look

Klinkerfassade verleiht I/D Cologne industriellen Charme

veröffentlicht am 10.10.2021 um 8:53 Uhr / von Katharina Remke

Ein komplett neues Gewerbequartier entsteht auf dem Gelände des ehemaligen Güterbahnhofs von Köln-Mülheim. Sein Name: I/D Cologne. Auf insgesamt sieben Hektar stehen dann 160.000 m² für Büroflächen zur Verfügung – mit viel Platz für neue Ideen und Synergien mit dem Umfeld, das sich unter anderem zum Medien- und Kulturstandort entwickelt hat. Der Masterplan für das gesamte Areal und der Entwurf für die beiden ersten Bürogebäude – „Haus am Platz“ und „Patiohaus“ – stammen von RKW Architektur +. Für die Fassadengestaltung wählten die Architekten den Baustoff Klinker. Die Hagemeister-Sortierungen „Holsten GT“ und „Liverpool GT“ knüpfen an die benachbarte Klinkertradition an und garantieren eine langlebige und robuste Fassade.

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30. Jun

Pathos Backstein

Eine Betrachtung der Entwicklung von Lehre und Rezeption sichtbaren Backsteinmauerwerks

veröffentlicht am 30.06.2021 um 12:33 Uhr / von David Wilk

Anders, als es im Architekturstudium üblich ist, besteht meine Abschlussarbeit aus einer schriftlichen Auseinandersetzung. Pathos Backstein, wie der Titel der Masterthesis lautet, war ein Gefühl, das mich und auch meine Kommilitonen im Studium begleitet hat und dessen Ursprung ich näher ergründen wollte. Doch wie kann man einem Eindruck entlocken, woher er stammt? Dazu musste ein Weg gefunden werden, der Jenseits des Gefühlten Fakten ermitteln und auswerten kann. Die Arbeit setzt sich mit der „Entwicklung von Lehre und Rezeption sichtbaren Backsteinmauerwerks“ im deutschsprachigen Raum der letzten drei Jahrhunderte auseinander und versucht die Bereiche zwischen Architekturlehrbüchern, gebauten Beispielen und der Wahrnehmung von Backsteingebäuden zu verknüpfen. Damit eröffnete sich ein Forschungsweg, der so schnell nicht abgeschlossen sein wird und mir die Ehre einbrachte, beim Fritz-Höger-Preis für Backsteinarchitektur 2020 in der Kategorie Newcomer eine Auszeichnung zu erhalten. Damit wurde erstmals in der Geschichte des Preises eine theoretische Auseinandersetzung mit dem Material Backstein prämiert.

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15. Apr

NEXT Destination Klinker: 3xF – Form, Farbe, Fuge

veröffentlicht am 15.04.2021 um 9:36 Uhr / von Prof. Jan Krause

Seit Louis Sullivan den berühmten Satz „form follows function“ geprägt hat, ist diese „3F-Formel“ zur wahrscheinlich einflussreichsten in der modernen Architektur geworden. Was aber hat das mit Klinker zu tun? Auch die Klinkerkultur lässt sich in einer 3F-Formel zusammenfassen: „Form, Farbe, Fuge“. Zwischen der Sullivan-Formel und der Klinker-Formel scheint es eine enge Verbindung zu geben. So ist es wohl kein Zufall, dass Klinker zu Sullivans bevorzugten Baumaterialien gehörten. Meisterhaft zelebrierte er die Kunst des Mauerwerks. Er verstand es, die konstruktive Ästhetik des Schichtens und Fügens mit ornamentalen Terracotta-Applikationen zu überlagern. Mit seiner ganz eigenständigen Architektursprache gelang es ihm, eine traditionelle Technologie auf die neue Typologie des Hochhauses zu übertragen.

Die Kunst der Fuge: Kräftige Lagerfuge, minimalistische Stoßfuge

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  • Marcel Lohmann
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    Marketingleiter, Hagemeister
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    Jan Krause
    Gebürtiger Hamburger, geprägt von der Klinkerarchitektur der Speicherstadt, aufgewachsen in einem gelben Klinkergebäude (war in der 1960ern sehr modern, vgl. Grindelhochhäuser von Bernhard Hermkes), fasziniert von der Klinkervielfalt internationaler Architekturerkundungen in Venedig, Mexiko, Kuala Lumpur, New York und Shanghai, leitet den Masterstudiengang Architektur Media Management AMM an der Hochschule Bochum und betreibt Architekturvermittlung mit seinem office for architectural thinking in Berlin.
  • David Jan Wilk
    David Jan Wilk
    ■ Wissenschaftlicher Mitarbeiter, Promotionsstudent - Lehrstuhl Grundlagen und Theorie der Baukonstruktion - TU Dortmund ■ Fritz-Höger-Preis für Backsteinarchitektur 2020 ■ Ausbildereignungsprüfung der HWK Dortmund 2019 ■ Freiberufliche Tätigkeit als Architekt seit 2018 ■ Master-Abschluss Juni 2018 ■ Jahrgangsbester im Bachelorstudiengang 2015 ■ Stipendiat im Deutschlandstipendium 2014 - 2017
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    Heinz Reinecke

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